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Informationen in Kürze

Gerät: fusionsfähiges Ultraschallgerät
Lagerung: Urologenstuhl
Antibiotikum: ja
Zugang zur Prostata: durch den Dickdarm
Art der Entnahme der Gewebeproben:
gezielte Proben aus verdächtigen Stellen und
systematische Proben aus der Prostata
stationärer Aufenthalt: möglich
Narkose: nein
Einschränkungen:
- Dickdarmzugang
- präventive Antibiotika-Einnahme
- Stellen die weit außen, vorne, unten oder oben in der Prostata liegen, können nicht erreicht werden
- trotz Fusion können einige verdächtige Stellen nicht getroffen werden

Fachbegriff: Transrektale Ultraschall-gesteuerte Prostatabiopsie nach Bildfusion von MRT-Aufnahmen im Ultraschallgerät

Die Fusionsbiopsie hat in den letzten Jahren bei den Urologen an Bedeutung gewonnen. Diese Biopsiemethode nutzt den bildgebenden Vorteil, den die MRT-Aufnahmen des Radiologen der Ultraschallbiopsie liefern können, um gezielt verdächtige Stellen in der Prostata zu biopsieren.

Bei dieser Biopsie gewinnt der Radiologe vorab durch eine MRT-Untersuchung Bilder der Prostata in hoher Auflösung, auf denen krankhafte Veränderungen im Organ dargestellt werden können. Diese Bilder übergibt er dem Urologen für die Ultraschallbiopsie. Der fügt die Bilddateien in ein Ultraschallgerät ein, das die MRT-Aufnahmen lesen und nutzen bzw. sie „verschmelzen“ kann. Daher der Name „Fusions“-Biopsie. Bei der Entnahme von Gewebeproben orientiert sich der Urologe an den  MRT-Bildern. Das bedeutet, dass er sich während der Biopsie auf die MRT-Aufnahmen verlässt, die Tage oder Wochen vorher gemacht wurden.

Mit dem Ultraschall ist es in der Regel schwierig, tumorverdächtige Stellen in der Prostata aufzudecken. Bei der Fusionsbiopsie umgeht der Urologe genau diesen Nachteil, in dem er die MRT-Bildgebung hinzuzieht und die davon notwendigen Informationen als Vorteil in die Fusionsbiopsie einsetzt.

Dennoch besteht bei kleinen verdächtigen Stellen die Wahrscheinlichkeit, die Stellen trotz der Verschmelzung der Bilder nicht zu treffen. Zum einen, weil die Bedingungen der Lagerung des Patienten zwischen der  MRT-Untersuchung und der Ultraschallbiopsie unterschiedlich sind. Zum zweiten, wenn der Füllungszustand des Dickdarms und der Harnblase anders ist als am Untersuchungstag, denn das wirkt sich auf die Lage der Prostata im Körper aus. Für die MRT-Untersuchung der Prostata liegt der Mann in Rückenlage und mit geschlossenen Beinen im MRT-Gerät. Wohingegen der Mann bei der Fusionsbiopsie breitbeinig und mit angewinkelten Beinen auf dem Urologenstuhl liegt.

Da die Fusionsbiopsie, ebenso wie die herkömmliche Stanzbiopsie über den Dickdarm erfolgt, ist hierfür eine präventive Antibiotika-Einnahme notwendig, um mögliche Infektionen durch Darmbakterien zu vermeiden.

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